Freitag, 21. Dezember 2012

Noch mehr gute Musik: Todeskommando Atomsturm

Wo wir schon bei guter Musik sind:

Hier etwas (fast) top aktuelles. Todeskommando Atomsturm, die vielleicht geilste Punkband aller Zeiten, hat ein mega fettes DIY Musikvideo herausgebracht zu ihrem Song "Zukunft ist nichts für mich" von dem neuen Album Zeit zu Pöbeln.


Dienstag, 11. Dezember 2012

Sookee - Du bist die coolste!

Wir wollen hier einfach nochmal ein bisschen Platz für Sookee machen - für die, die sie noch nicht kennen, eine Berliner Rapperin und so ziemlich das fetteste was zur Zeit in Sachen in Hip Hop so geht.

Deswegen hier mal der altbekannte Klassiker "Pro Homo". Das aktuelle Album "Bitches, Butches, Dykes & Divas" ist übrigens auch sehr zu empfehlen :)

Enjoy!


Samstag, 8. Dezember 2012

Nazikundgebungen stoppen !

Wie a.i.d.a. berichtet, wollen Neonazis der Nazi-Tarnliste „Bürgerinitiative Ausländerstop“ (BIA) heute (8.12.2012) insgesamt 6 neonazistische Kundgebungen abhalten. Diese finden zu folgenden Orten/Zeiten statt:
  • 10.00 bis 10.30 Uhr, Ecke Blumenstr./Pestalozzistr. („Solidarität mit Palästina. Israel stoppen“)
  • 11.00 bis 11.30 Uhr, Nordbad/Karstadt/Schleißheimer Str. („Kriminelle Ausländer raus“)
  • 12.30 bis 13.00 Uhr, am Giesinger Bahnhof („Gegen Überfremdung und Ausländerkriminalität“)
  • 14.00 bis 14.30 Uhr, Ottostr./Max-Joseph-Str.(„Solidarität mit Palästina. Israel stoppen“)
  • 15.00 bis 15.30 Uhr, U-Bahnhof Milbertshofen/Knorrstr. 29 („Bildung statt Asyl“)
  • 16.00 bis 16.30 Uhr, U-Bahnhof Schwanthaler Höhe/Ganghoferstr. („Mieten runter)
Wir wollen uns das nicht gefallen lassen und rufen alle Antifaschist_innen auf die Nazikundgebungen zu verhindern.

Weitere Infos auf der a.i.d.a.-Seite
Mehr Infos und News-Ticker: twitter.com/afa_muenchen

Dienstag, 27. November 2012

"Ahnungslos - Was ist extremismus?"

Letzte Woche durften wir mal wieder eine Glanzleistung des Bundesministeriums für politische Bildung begutachten. Ein neues Video um Menschen über die Gefahr der Extremisten zu waren also. Klingt schon mal viel versprechend. Dass jedoch so ein Unfug dabei rauskommt, damit haben wir nicht gerechnet. (Naja, um ehrlich zu sein, wohl eher schon.)

Aber seht selbst. Das Video wurde den der bpb gelöscht und wird "überarbeitet". Youtube sei dank, hier aber trotzdem noch zu sehen:



Auffällig sind zwei Sachen:
1) "Die Linken fackeln Luxuskarossen ab, die Rechten kontern mit den sog. "Dönermorden" (ich könnte jedes mal kotzen bei dem Begriff):
Die Linken sind also schuld daran, dass drei Neonazis zehn Menschen ermordet haben. Soso. Und sowieso fackeln die Linken nur Autos ab. Dass bei der letzten Brandserie in Berlin ein frustrierter Arbeitsloser einen großteil der Autos abgefackelt hat interessiert nicht, die Bilder sind schon zu fest in den Köpfen drin.

2) Beschreibung Extremisten:
"- Sie sind davon überzeugt, dass ihre Meinung die allein gültige, wahre ist.
- Sind bereit diese mit Gewalt durchzusetzen.
- Die anderen Gehören ihrer Meinung nach rausgeschmissen, eingesperrt oder noch schlimmeres.
Und das steht im Widerspruch zum Grundgesetz."

Fragen wir doch mal Herrn Innenminister Friedrich, ob wir nicht ein anderes Wirtschaftssystem oder eine andere Gesellschaftsordnung einführen wollen. Er wird uns ziemlich schnell erklären, dass das aktuelle System das allein gültige und einzig richtige ist.
Und wenn jemand anderer Meinung ist wird das natürlich mit Gewalt durchgesetzt, wozu haben wir denn sonst Polizei und Militär, die Demonstrationen niederknüppeln und Kriege für wirtschaftliche Zwecke führen.
"Die anderen", werden dann halt Abgeschoben, eingesperrt oder evtl. mit der Todesstrafe "bestraft". (letzteres nicht in Deutschland, in anderen, befreundeten Staaten aber sehr wohl).

Wo sind jetzt nochmal diese Extremisten?


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Zum Weiterlesen und mehr Infos über die Extremismustheorie:

http://strassenauszucker.blogsport.de/2010/05/12/ziemlich-extrem/

Samstag, 3. November 2012

Rechter Aufmarsch am 10.11.2012


Für Samstag, den 10.11.2012, kündigt der Münchner Kreisverband von „Pro Deutschland“ unter Stefan Werner eine rassistische Demonstration unter dem Motto „München gegen Islamisten. Nein zur Moschee“ an. Diese soll um 11 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle „Poccistrasse“ beginnen und bis zum Sendlinger-Tor-Platz führen.
Die rechte Demonstration, die auf mehreren einschlägigen extrem rechten Websites und auf Facebook beworben wird, soll laut Informationen der„Antifaschistischen Informations- Dokumentations- und Archivstelle München” (a.i.d.a.) um 11.00 Uhr mit einer Kundgebung in der Ruppertstr./Ecke Tumblingerstr. beginnen und dann über Tumblinger Strasse, Häberlstrasse, Lindwurmstrasse zu einer Abschlusskundgebung am Sendlinger Tor Platz führen.

Sprechen soll u. a. der Bundesvorsitzende der extrem rechten „Bürgerbewegung pro Deutschland“ Manfred Rouhs und deren Bundesgeschäftsführer Lars Seidensticker, der schon die antimuslimische „Freiheit-statt-Islam–Tour“ in Nordrhein–Westfalen initiiert hatte.
Angemeldet wurde die Demonstration von Stefan Werner (32), Kreisverbandvorsitzender von Pro Deutschland und zuständig für das Ressort „Jugend“ auf Bundesebene. Werner ist 2005 im Bezirk München-West für dieNPD zur Bundestagswahl angetreten. Nach einem Ergebnis von nur 0,9% zog er sich aus der „Deutschen Partei“ (DP), in der er zuvor aktiv war, zurück und machte von nun an bei der 2006 gegründeten „Bürgerbewegung pro München – patriotisch und sozial e.V“ (kurz: Pro München) mit. Bei der Gründung waren auch NPD-Kader wie Roland Wuttke (Mering) oder Norman Bordin (Ottobrunn) anwesend und führten sogar Protokoll.
Vom bürgerlichen Bündnis „München ist Bunt“ wird auf eine antifaschistische Gegenkundgebung am Goetheplatz mobilisiert. Dieser ist sowohl mit der U3/U6, als auch mit den Bussen 152 und 58 zu erreichen. Im Aufruf, der auch von zahlreichen Parteien (von DIE LINKE bis CSU) und Gewerkschaften sowie der Israelitische Kultusgemeinde München und dem ZIE-M unterstützt wird heisst es: „Kommt zur Gegenkundgebung am 10.11.12 um 10:30 Uhr am Goetheplatz. Setzt mit uns ein Zeichen für eine weltoffene, bunte und demokratische Stadtgesellschaft! Unser Konsens ist der Münchner Appell gegen Rechtspopulismus“
Münchner Antifa-Gruppen hingegen mobilisieren direkt zur Poccistrasse. Diese ist über die U-Bahnen U3 und U6 erreichbar, sowie mit den Bussen 152 und 131. Im autonomen Aufruf heisst es: „Wir wollen nicht, dass Nazis und Faschist_innen, egal ob von den freien Kräften, der NPD oder Splittergruppen wie Pro Deutschland auf den Strassen in München und auch sonstwo maschieren können! Kommt alle auf die Straße und stellt (oder setzt) euch der menschenverachtender Propaganda entgegen. Nehmt eure Freund_innen mit und seid kreativ. Alerta Antifascista!“
weitere Infos:

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Antifaschismus ist nicht kriminell Neue Prozessserie wegen der Proteste gegen den Naziaufmarsch vom 21.01.2012 in München

Pressemitteilung der Roten Hilfe München:

Ende Oktober 2012 findet erneut eine Reihe von Prozessen gegen AntifaschistInnen statt. Anlass sind die Proteste gegen einen Aufmarsch von Neonazis am 21.Januar diesen Jahres in München. Bei der von dem bekannten Naziaktivisten Norman Bordin angemeldeten Demonstration unter dem Motto „Deutsche Freiräume erkämpfen! Für ein patriotisches Begegnungszentrum!“, handelte es sich um die erste öffentliche Aktivität der Münchener Naziszene nach der Aufdeckung der NSU-Terrorserie.

Während des Aufmarschs war aus dem Lautsprecherwagen der "Pink Panther Theme Song" abgespielt worden, ein zynischer Bezug auf die neonazistische Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund"
(NSU). Außerdem machten BeobachterInnen des Aufmarsches die Polizei mehrfach darauf aufmerksam, dass einige Neonazis mit als Kurzfahnen getarnten Schlagstöcken, zum Teil auch mit bloßen Stangen in
der Demonstration mitliefen. Keiner der Vorfälle waren für die Polizeiführung Anlass, den Aufmarsch an Ort und Stelle aufzulösen.
Doch 700 couragierte MünchnerInnen versuchten an verschiedenen Punkten der Route den Naziaufmarsch zu blockieren und ihre Wut und Betroffenheit angesichts der rassistischen NSU -Mordserie und der zunehmend bekannt werdenden Verstrickung von Polizei und VS auszudrücken. Hinter dem Sendlinger Tor in der Lindwurmstraße gelang es schließlich den rechten Aufmarsch zu endgültig zu stoppen.

Diesem engagierten Auftreten gegen Rechts folgt jetzt ein bitteres Nachspiel: Erneut versuchen Polizei und Staatsanwaltschaft einzelne AntifaschistInnen zu kriminalisieren. Diesen wird vorgeworfen, sich am 21.Januar dem Aufmarsch von Rechtsextremen in den Weg gestellt und dabei „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ geleistet zu haben. Die Beweisführung erfolgt ausschließlich anhand von Videomaterial und zeigt angeblich, dass sich die GegendemonstrantInnen unterhaken und nicht wegschieben lassen. Dieser Tatvorwurf wurde von Seiten der Münchner Staatsanwaltschaft mit einem
Strafmaß von 60 Tagessätzen und mit Bußgeldern bis zu 3600,- € geahndet.
Es scheint die gängige Praxis in München zu sein, NazigegnerInnen durch Ermittlungsverfahren einzuschüchtern und abzuschrecken – wenn auch bislang ohne den erwünschten Erfolg.

Ein erster Prozess bezüglich dieser angeblichen Widerstandshandlung am 21.01.2012 wurde bereits auf Kosten der Staatskasse eingestellt. (SZ 11.10.2012, Bernd Kastner: „Dünne Anklage. Richter stellt Verfahren gegen Anti-Nazi-Demonstrant ein“) Ähnlich wie bei den Prozessen bezüglich der Blockade in Fürstenried-West am 08.05.2011 setzen sich auch in diesem Fall die Pleiten der Staatsanwaltschaft fort. Trotzdem werden weiterhin selektiv einzelne
AntifaschistInnen verfolgt. Offensichtlich geht es dabei nicht um das tatsächliche Handeln der Angeklagten, sondern um ihre vermutete Gesinnung. Die hartnäckigen Versuche der Münchner Staatsanwaltschaft antifaschistisches Engagement zu kriminalisieren sind ein politischer Skandal.

Prozesstermine der Beschuldigten:







Christian B.     24.10.2012   09:00 Uhr   Raum A 123
Laurent S.       25.10.2012   09:00 Uhr   Raum A 135 / I
Daniel K.         25.10.2012   10:30 Uhr   Raum A 220/II
Maria G.          30.10.2012   13:00 Uhr   Raum A 127

Alle Prozesstermine finden im Amtsgericht München in der Nymphenburgerstr., U1 Stiglmeierplatz
statt.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

I frog di


Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir folgenden Text von der I frog di Kampagne.

Triggerwarnung: Rape Culture, Sexuelle Übergriffe
Lebkuchenherzen mit den Aufschriften: I frog di -- I glang di ned a! -- I mog di, derf I? -- Konsens-Spatzl

Jedes Jahr ereignen sich zahlreiche sexualisierte Übergriffe auf dem Oktoberfest. Leider liegt die Verantwortung für das Verhindern dieser Übergriffe in den Augen vieler immer noch bei den Betroffenen: Frauen wird ein ganzer Verhaltenskatalog nahe gelegt, der verhindern soll, dass ihnen etwas zustößt. Während Begleitung durch Freundinnen und Freunde und Taxis sicherlich (leider) sinnvoll sind, tragen diese wichtigen Ratschläge immer auch eine gefährliche Botschaft in sich: Wenn dir etwas zustößt, ist nicht nur der Täter schuld, sondern auch du, weil Du nicht vorsichtig genug warst oder nicht gut genug aufgepasst hast. Es wiegt Menschen außerderm in der trügerischen Sicherheit, dass ihnen nichts zustoßen könne, wenn sie nur gut genug aufpassen – und führt dazu, dass immer wieder Betroffenen die Schuld gegeben wird und nicht etwa den Übergriffigen. Für Betroffene erschwert dies ihre eh schon schlimme Lage erheblich: Die Angst Betroffener vor Stigmatisierung durch Polizei und Justiz sowie davor, dass die übergriffige Person nicht zur Verantwortung gezogen wird, sind Gründe für die extrem hohe Dunkelziffer bei Vergewaltigungen und anderen sexualisierten Übergriffen. [1]

Seit 2003 engagiert sich die Initiative „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“, in’s Leben gerufen von AMYNA, IMMA und dem Frauennotruf München, gegen sexualisierte Übergriffe auf der Wiesn, indem sie Buttons verteilt und Banner und Plakate aufhängt. Aber auch diese Aktion lädt die Verantwortung bei den Betroffenen ab: Sie gibt Tipps, wie man sicher nach Hause kommt, macht auf ihr Zelt aufmerksam und rät dazu, sich zu trauen, „Nein“ zu sagen. Leider fehlen auch hier Plakate, die sich an diejenigen Menschen richten, die das Geschehen wortwörtlich in der Hand hätten: die potenziell Übergriffigen. Dies verstärkt leider erneut das Bild von sexuellen Übergriffen als etwas, was nachts alleine im Park mit Messer an der Kehle oder allein auf dem Weg von der Wiesn nach Hause von Fremden und Unbekannten verübt wird und irgendwie vermeidbar wäre. Den Freund, der vor johlenden Kumpels seine Freundin küsst, ihr den Rock hochschiebt und ihr Nein einfach missachtet, spricht diese Kampagne nicht an. Ebensowenig macht sie den zahlreichen Grapschern bewusst, dass es eben nicht okay ist und auch nicht „dazu gehört“, andere Menschen ohne ihre Zustimmung zu berühren, noch dazu an meist sehr intimen Stellen. Und dass man diese Szenen auch nicht nicht durch lautstarkes Anfeuern und Fotografieren unterstützt. Die Kampagne spricht nicht die Menschen an, die sich an ihren wehrlosen alkoholisierten Bekannten zu schaffen machen und nicht realisieren, was sie ihnen damit gerade antun oder die, die andere Wiesnbesucher_innen mit herabwürdigenden sexualisierten Kommentaren belästigen. [2]


Außerdem missachtet die Kampagne, wie schwer es vielen Frauen und Mädchen fällt, überhaupt klar NEIN zu sagen: auch heute noch wird ihnen beigebracht, dass Frauen gefällig zu sein haben, zuvorkommend, nett, diplomatisch, angenehm. Abweichendes Verhalten wird bestraft: Eine Frau, die klare Ansagen macht, wird oft nicht als starke Frau wahrgenommen, sondern diffamiert, angegriffen/gemaßregelt und als humorlos und frigide beschimpft.

Wir, Kathy/@totalreflexion und Lotte/@lotterleben hätten uns eine Kampagne gewünscht, die Betroffenen natürlich Hilfe leistet und den Rücken stärkt (das steht vollkommen außer Frage), das Augenmerk aber auch darauf legt, dass die einzige Person, die die Schuld und Verantwortung für einen Übergriff trägt die Übergriffige Person ist.

Zum Weiterlesen:




[1] http://ichhabnichtangezeigt.wordpress.com/ichhabnichtangezeigt/
[2] http://www.oktoberfest-live.de/wiesn/nachrichten/oktoberfest-wiesn-muenchen-befummelt-oesterreicherin-faellt-bierbank-2522601.html die Kommentare auch ein Bsp für rapeculture par excellence

Donnerstag, 27. September 2012

!! Achtung: Nazis auf Tour am Samstag !!

Update 28.09.12 15:00 Uhr
-- Achtung, die Zeiten haben sich leicht verschoben --
Es sind bisher zwei Gegenkundgebungen angemeldet:
11:00 Uhr in der Baierbrunner Str. 14
11:00 Uhr in der Thalkirchnerstraße 102 (Kafe Marat)
Zum Marat werden schon viele Leute kommen, deshalb ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich zur Asylbewerberunterkunft in die Baierbrunner Straße kommen! Von Dort aus kommen wir auch leicht wieder zum Marat.


 
Für diesen Samstag, den 29.9.12, planen Nazis der NPD-Tarnliste
Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) gleich sieben verschieden
Kundgebungen in München zu veranstalten. Besondere Provokationen sind
hierbei nicht nur die angemeldeten, offen rassistischen Mottos, sondern
auch die Veranstaltungsorte, direkt vor Flüchtlingsunterkünften und vor
linken und subkulturellen Einrichtungen. So wollen die Nazis um 11:30 vor
der Flüchtlingsunterkunft in der Baierbrunnerstraße ihre erste Kundgebung
abhalten, um dann vor dem selbstverwalteten Zentrum Kafe Marat, der
Moschee in der Ruppertstraße, dem Kulturladen Westend, dem
Feierwerkgelände, in der Berg-am-Laim-Straße 127-129 - in unmittelbarer
Umgebung zu zwei Einrichtungen in denen Flüchtlinge untergebracht sind -
und dem Mira-Center im Hasenbergl aufzutreten.

Kommt deshalb Alle diesen Samstag zu den antifaschistischen
Gegenkundgebungen, dem 29.9.12, ab 11:00 vor die Baierbrunnerstraße 14
(Haltestelle U3 Obersendling) und ab 12:00 vor das Kafe Marat in der
Thalkirchnerstraße 102 (Haltestelle U3/U6 Goetheplatz)!

Vermiesen wir den Nazis ihre Tour!

Alerta Antifascista!

Hier die bisher geplanten Kundgebungsorte der Nazis:

11:30-11:50h: Asylbewerberunterkunft Baierbrunnerstr. 14
12:15-12:35h: Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102
12:55-13:15h: Darul Quran-Moschee, Ruppertstr. 5
13:45-14:05h: Kulturladen Westend, Ligsalzstr. 44
14:30-14:50h: Feierwerk, Hansastr. 39
15:20-15:40h: Hostel im ehem. Verwaltungsgebäude Klinge-Pharma,
Berg-am-Laim-Str- 127-129
16:30-17:00h: Mira-Center, Schleißheimerstr. 506

Haltet Augen und Ohren offen für weitere Infos!

Weitere Infos wie immer vom aida-archiv.

Dienstag, 18. September 2012

Bist du eher der Berg- oder Beach Typ?

"Action, Adrenalin, Abenteuer!"

Willst du "krasse Wasserwettkämpfe, crazy Strandspiele und coole Beachpartys"? Dann geh am besten zu der deutschen Luftwaffe nach Sardinien.

Oder doch lieber "zelten, grillen und Lagerfeuerpartys" für Kletterfreaks? Dann doch lieber zu den Gebirgsjägern in die berchdesgadener Alpen.

Und alles natürlich GRATIS!

So wirbt die Bundeswehr zur Zeit auf dem offiziellen YouTube Kanal des Jugendmagazins Bravo. Aber seht selbst:

[21.09.2012: leider, leider wurde das Video vom offiziellen Bravo-Youtube Channel gelöscht. Wir werden uns bemühen es schnellst möglich euch von anderer Quelle wieder zur Verfügung zu stellen]

Wie die Bundeswehr hier ihren kriegerischen Alltag als fette Strandparty an großteils 13-16 jährige vermarktet ist schon pervers genug, dass diese aber auch noch mit dem "Bundeswehr-Adventure-Camp" in dem Alter geködert werden ist skandalös.

Kein Wort von den umstrittenen Einsätzen der Bundeswehr, kein Wort vom töten, getötet werden, militärischem Alltag, unterordnung in ein perfides System von Unterordnund und Gehorsam und kein Wort vom sexistischen Normalzustand wo ja sogar Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind.

Da hat sich wohl jemand der Weißheit der Zigaretten Industrie bedient: "Hook 'em young, hook 'em for life."

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Update 20.09.2012:

Hier übrigens ein offener Brief des Bundessprecher_innenrates von Linksjugend ['solid] an die Bravo Redaktion und die Bundeswehr:


Sehr geehrte BRAVO-Redaktion, sehr geehrtes Bundeswehrpresseamt,der BundessprecherInnenrat der Linksjugend['solid] kritisiert den von
der Jugendzeitschrift Bravo auf ihrer Youtube-Präsenz in Kooperation mit
der Bundeswehr veröffentlichten Werbespot „Bw-Adventure Camps 2012“ auf
entschiedenste Weise.

Was sich die BRAVO hier geleistet hat, ist an Unangemessenheit kaum zu
überbieten. Einen Clip der Bundeswehr mitzupräsentieren und sie als
friedliche Spaßtruppe zu zeigen, ist für uns von der Linksjugend['solid]
vollkommen inakzeptabel.

Die Bundeswehr ist kein Disneyland mit zu viel Tarnfarbe, wie der Clip
zeigt. Die Bundeswehr ist eine Interventionsarmee, sie führt knallharte
Kriege um Rohstoffe und behauptet oft, sie täte das für Menschenrechte.
Es gibt viele Beispiele, die das Gegenteil von einer "Armee für
Menschenrechte" belegen. In den sogenannten Verteidigungspolitischen
Richtlinien (VPR) findet die BRAVO-Redaktion Näheres zum Aufgabenbereich
der Bundeswehr.

Die meistgelesene Jugendzeitschrift der BRD sollte nicht das Thema
Bundeswehr einfach nur bejubeln, bloß weil die Bundeswehr ein guter
Sponsor zu sein scheint. Die BRAVO sollte sich lieber kritisch mit dem
Thema Krieg und Frieden befassen, anstatt Jugendlichen das pralle
Strandleben bei der Bundeswehr vorzugaukeln. Das wäre unserer Auffassung
nach ein echter Schritt hin zu einer neutralen Berichterstattung.

Der Vorgang ist für ein Jugendmedium vor allem deswegen ein Skandal,
indem man mit der Bundeswehr gemeinsame Sache macht und durch pure
Verharmlosung von Krieg und Waffengewalt, hilft, unter Vorspiegelung
falscher Tatsachen Soldaten zu rekrutieren, noch dazu in einem Alter,
welches von der UN-Kinderechtskonvention als unzulässig eingestuft
wurde. Diese Konvention wurde 2004 von Deutschland ratifiziert. Näheres
dazu z.B.: unter http://www.aufenthaltstitel.de/unzusatzprotokoll.html

Die Bundeswehr selbst verfolgt hier offenkundig das Ziel, cool, trendy
und hip auszusehen und bei Urlauben Jugendliche für ihre Form von
"Miteinander" zu begeistern. Viele Jugendliche haben jedoch politisch
nicht die Erfahrung, um einschätzen zu können, dass man sie hier
unterschwellig für eine Karriere beim Bund und damit auch für
Kriegseinsätze begeistern will.

Unserer Auffassung nach braucht ein gesellschaftliches Miteinander keine
Armee. Miteinander braucht Demokratie und den Ausbau von örtlichen
Jugendzentren, in denen junge Menschen selbstbestimmt und frei von
Diskriminierung lernen, diskutieren und auch feiern können. Gewalt als
Mittel der Politik lehnen wir ab, folglich lehnen wir auch die
Bundeswehr ab.

Wir fordern von der BRAVO-Redaktion neben der sofortigen Beendigung
ihrer Kooperation mit der Bundewehr auch eine Entschuldigung, dass sie
bei der Propaganda für die Bundeswehr einfach so mitmacht und so tun,
als wäre es kein politisches Statement. Dass die BRAVO sich zu schämen
scheint oder es der Bundeswehr nicht in den Kram passt, dass man sie
kritisiert, sehen wir als Webnutzer_innen durchaus darin, dass unter dem
Video bereits die Kommentarfunktion deaktiviert wurde, nachdem es Kritik
hagelte und den mehrheitlichen Votes das Video nicht einmal gefiel.

Mit freundlichen Grüßen
Der BundessprecherInnenrat der Linksjugend['solid]


Sonntag, 9. September 2012

rave without borders



Aufruf zur antinationalen Tanzdemo gegen die Einheitsfeierlichkeiten 2012 in München am 2. Oktober um 17 Uhr, Sendlinger Tor


"Wehende Fahnenmeere, Ausgelassenheit in schwarz-rot-gold auf Partymeilen, fallende Mauern, guter Fußball – seit einigen Jahren gilt in diesem Land wieder: Deutschland ist geil! Und am „Tag der Deutschen Einheit“ können diese Deutschen sich kräftig selbst feiern. Gefeiert werden aber nicht ihre Wünsche und Be- dürfnisse. Gefeiert wird auch nicht der Spaß und das Vergnügen, werden nicht die schönen Dinge, die ihr Leben lebenswert machen – gefeiert wird eine Idee. Und zwar eine trotz aller Dis- tanzierung von der Vergangenheit extrem unschöne. Das heißt: hier wird gar nicht gefeiert. Hier wird ein Ritual zelebriert. Eine kollektive Unterordnung unter diese Idee.
 
Denn dieses Deutschland, das da gefeiert wird, ist zunächst einmal nichts Reales. Es ist nur das Produkt einiger Linien auf der Landkarte, die „Grenzen“, das Land dazwischen „Nation“, genannt werden. Und Menschen, die in dieser Nation leben, sind das „Volk“ – das heißt, nicht alle, sondern nur die Mehrheitsbevölkerung, die aufgrund willkürlicher Kriterien – Sprache, Kultur, Religion etc. – als solches definiert wird. Migrant*innen und de- ren Nachkommen, ethnische und religiöse Minderheiten, Men- schen in sozialen Nöten, Menschen mit nicht mehrheitsfähigen Lebensentwürfen etc. werden systematisch ausgegrenzt und zur Zielscheibe der Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft gemacht. Die Idee Deutschland fragt also nicht nach der Vielfalt der Lebensentwürfe, Identitäten, Tätigkeiten und Lebensumstände – sie kennt nur Innen und Außen, deutsch und nicht-deutsch. Somit wird Trennendes – der Facettenreichtum einer Gesellschaft – vereinigt, und Einigendes – die grundsätzliche Gleich- heit aller Menschen – getrennt.

Deutschland abzufeiern ist ziemlich unsexy. Deswegen feiern wir statt Deutschland heute lieber mal uns selbst. Wir feiern unsere Eigenheiten und Unterschiede. Und wir feiern für eine Gesellschaft, in denen unsere Wünsche und Bedürfnisse das Maß der Dinge sind. Und dafür brauchen wir keine Rituale und Unter- werfungsgesten. Vor allem dann nicht, wenn der Spaß seine Grenzen hat."

Deshalb: am 02. Oktober feiern ohne Fahnen um 17 Uhr ab Sendlinger Tor

Weitere Infos und News zu den Aktivitäten rund um den 3. Oktober in München unter:


3oktober12.blogsport.de




Donnerstag, 30. August 2012

['solid] München auf dem Streetlife

Wir werden am 8. und 9. September einen Stand am Streetlife Festival haben.

Zur bespaßung bieten wir abgesehen von atemberaubenden politischen und unpolitischen Diskussionen und Gesprächen auch einen durchgehenden Button-selber-mach-Workshop. Buttonmaschine und Buntstifte sind vorhanden!

Außerdem laden wir auch ganz herzlich zu unserem einzigartigem Gender/Queer-Quiz ein, natürlich auch den ganzen Tag über. Teilnehmen können alle und Preise wird es auch ganz tolle geben!

Sucht einfach nach dem rosa Kanninchen und den Luftballons, dann werdet ihr uns finden!!
 

Donnerstag, 23. August 2012

Spielzeug mit sexistischer Kackscheiße

In den letzten Tagen gab es ja mediale Berichterstattung zum Thema der sexistischen Sozialisation, durch die von Ferrero produzierten Überraschungseier. Das der Trend dabei nicht nur ein Randphänomen ist zeigt Anita Sarkeesian, anhand von LEGO, in zwei Webfolgen auf.
Weitere interesannte Betrachungen der Popkultur unter feministischer Perpspektive finden sich auf ihrer Website.   










Sonntag, 19. August 2012

No ♥ for a deutschland




München | 03.10.2012



Am 2. und 3. Ok­to­ber fin­den in Mün­chen die all­jähr­li­chen Fei­er­lich­kei­ten zum Tag der deut­schen Ein­heit statt. Deutsch­land hat dabei of­fen­sicht­lich allen Grund wie­der stolz auf sich zu sein. Auf dem Welt­markt prä­sen­tiert sich der Ex­port­cham­pi­on als Kri­sen­ge­win­ner und zwingt Län­der wie Grie­chen­land zu um­fas­sen­den Kür­zun­gen und Pri­va­ti­sie­rungs-​pro­gram­men.
Selbst­be­wusst und mit der mo­ra­li­schen Über­le­gen­heit des ge­läu­ter­ten Auf­ar­bei­tungs­welt­meis­ters führt Deutsch­land Krieg und kann die mi­li­tä­ri­sche Ab­si­che­rung wirt­schaft­li­cher und macht­po­li­ti­scher In­ter­es­sen sogar treff­lich durch sei­nen „schmerz­haf­ten und ehr­li­chen“ Um­gang mit der ei­ge­nen Ge­schich­te, den so­ge­nann­ten zwölf dunk­len Jah­ren, le­gi­ti­mie­ren. Deutsch­land schiebt ab, sor­tiert in Nütz­lin­ge und Über­flüs­si­ge und kann die be­ste­hen­den Res­sen­ti­ments, die in der Mitte sei­ner Ge­sell­schaft gras­sie­ren, treff­lich einem so ge­nann­ten Ex­tre­mis­mus un­ter­schie­ben.
Wenn sich das gute Deutsch­land am 2. und 3. Ok­to­ber die­sen Jah­res fei­ern lässt, wer­den wir für die Dis­so­nan­zen im Lob­lied auf den glo­ba­len Frie­dens­stif­ter sor­gen. Denn Deutsch­land, genau wie jede Par­tei­lich­keit mit dem ei­ge­nen na­tio­na­len Kol­lek­tiv und be­reits das Kon­zept der Na­ti­on an sich, sind und blei­ben schei­ße und wi­der­spre­chen ab­so­lut un­se­rer Vor­stel­lung eines schö­nen Le­bens.
Jede Feier in Schwarz, Rot und Gold ist ein An­griff auf den guten Ge­schmack. Wir laden alle denen das dumm­deut­sche Selbst­ge­feie­re auf den Geist geht zur lust­vol­len Nest­be­schmut­zung am 3. Ok­to­ber in Mün­chen ein.

Donnerstag, 26. Juli 2012

NPD Kundgebung am 31. Juli in München

Am Dienstag, den 31. Juli wollen Neonazis der NPD im Rahmen ihrer sog. „Deutschlandrundfahrt“ eine Kundgebung in München abhalten. Bundesweit versucht die NPD so von der Ladefläche eines LKW – von ihnen selbst als „Flaggschiff“ benannt – ihre sozialchauvinistsche und rassistische Hetze zu verbreiten und Deutschland und die Deutschen als „arme Opfer“ der momentanen EU-Finanzpolitik zu inszenieren.

Dies gilt es zu verhindern. In den meisten Städten, in denen die Nazis bis jetzt ihre Propaganda verbreiten wollten, waren sie mit massiven Gegenprotesten konfrontiert. Daran wollen wir in München anknüpfen und die Nazikundgebung zum Reinfall machen.

Kommt alle zu den antifaschistischen Protesten gegen die Nazikundgebung!

Die Nazis treffen sich am 31. Juli von 16-19 Uhr am Rotkreutzplatz.

Kommt pünktlich um 16 Uhr zum Rotkreutzplatz! Keinen Fußbreit den Faschisten!

Freitag, 6. Juli 2012

15 Jahre Freitagskafe - Wir gratulieren!

Alles Gute zum 15! :-)

http://kafemarat.blogsport.de/2012/07/04/6-9-juli-15-jahre-freitagskafe/

Hanftag in München

Morgen, am 7.7. 2012 geht es ab 13 Uhr am Stachus wieder um den allseits beliebten und vielseitig verwendbaren Rohstoff Hanf. Natürlich können wir dort nicht fehlen und ein Genosse von uns wird eine Rede zum Thema "Cannabis Social Clubs" als Alternative zum Rauschmittelkonsum jenseits von Markt und Illegalisierung halten.

Nähere Infos unter: http://hanftag-muenchen.de/

Freitag, 22. Juni 2012

"Hilfe die Griechen kommen!"


Im Rahmen unseres Letzten Freitag im Monat laden wir alle herzlich zu der
Veranstaltung "Hilfe die Griechen kommen! Griechenland nach der Wahl"
ein. Gehalten wird der Vortrag von einem Genossen der Syriza. Das ganze findet
am 29.6.2012 um 20.00 Uhr im Parteibüro Die Linke, Schwanthalerstraße 139 statt.

Wir freuen uns auf euch!
- Und hier noch unser super toller Flyer mit Orgie und so ...






Dienstag, 19. Juni 2012

Merchandize!

Heute nach längerer Pause mal etwas eher Unpolitisches, was dennoch einer Dokumentation bedarf:

Unser neuer Vorstellungsflyer mit vielen Dank an Alle, die mitgeholfen haben ...


... sowie unser erster offizieller, völlig nutzloser und sinnfremder, aber dennoch umso wertvollerer Solid-München-Luftballon ...



... welcher sogar zweiseitg bedruckt ist!


Also: huldigt uns (und schaut vorbei)!

Mittwoch, 16. Mai 2012




Hallo Ihr da draußen,


Gut so: Mittlerweile sind aktive Flüchtlinge aus ganz Bayern miteinander vernetzt. Obwohl sie immer noch gezwungen sind, in Flüchtlingslagern zu leben, kämpfen sie mutig und engagiert für die Umsetzung ihrer Rechte. 

Schlecht so: Oft bleiben sie bei ihren Aktionen unter sich, denn immer weniger UnterstützerInnen schließen sich den Flüchtlingsprotesten an.

Daran wollen wir etwas ändern!

Wenn am 26. Mai Flüchtlinge aus ganz Bayern nach München anreisen um vor dem Bayerischen Landtag gegen Flüchtlingslager, die rassistische Flüchtlingspolitik und für gleiche Rechte demonstrieren, dann dürfen wir sie nicht alleine lassen!

 Wir laden Euch alle herzlich ein, schließt Euch den Protesten an! Kommt zur großen Abschlussdemonstration am 26. Mai um 13:30 Uhr am Sendlinger Tor!


Was könnt Ihr beitragen:

Kündigt Euer Kommen an! Ladet FreundInnen zur Teilnahme ein, Verbreitet den Aufruf auf Facebook:
http://www.facebook.com/events/358044837584537/


Unser Ziel: mindestens 1.000 DemonstrantInnen!


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Bayerischer Flüchtlingsrat 

Montag, 14. Mai 2012

 

Aufruf 2012

Wo die Zeit Urlaub macht
Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls
Mit einer antifaschistischen Demonstration haben wir im vergangenen Jahr die untragbaren Zustände in Bad Reichenhall thematisiert. Aber es hat sich wenig verändert. Noch immer ist Bad Reichenhall ein Musterbeispiel für die widerliche, geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz. Die örtliche Kaserne ist weiterhin nach dem „Schlächter von der Krim“, dem Nazigeneral Konrad1 benannt und mit der „Kretabrücke“ und der „Kretagedenkfeier“2 wird immer noch der deutsche Angriffskrieg auf Kreta glorifiziert. Kein Wunder also, dass sich Neonazis hier besonders wohl fühlen und fast ungestört agieren können. Wir meinen, es darf keine „homezone“ für Neonazis geben und fordern weiterhin die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls. Deshalb organisieren wir für Samstag, den 19. Mai 2012 – kurz vor dem Jahrestag des Angriffs der deutschen Wehrmacht auf Kreta – erneut eine Demonstration in Bad Reichenhall.
Reeducate Bad Reichenhall
„Jeder Hochmut gegenüber der Landbevölkerung ist mir fern. Ich weiss, dass kein Mensch etwas dafür kann, ob er ein Städter ist oder im Dorf groß wird. Ich registriere dabei nur, dass wahrscheinlich die Entbarbarisierung auf dem platten Land noch weniger als sonst wo gelungen ist. Auch das Fernsehen und die anderen Massenmedien haben wohl an dem Zustand des mit der Kultur nicht ganz Mitgekommenseins nicht allzu viel geändert. Mir scheint es richtiger, das auszusprechen und dem entgegenzuwirken, als sentimental irgendwelche besonderen Qualitäten des Landlebens, die verloren zu gehen drohen, anzupreisen. Ich gehe so weit, die Entbarbarisierung des Landes für eines der wichtigsten Erziehungsziele zu halten.“
(Theodor W. Adorno, 1966 , Erziehung nach Auschwitz)
Leider sind im Bezug auf Bad Reichenhall die Worte von Adorno im Jahre 2012 noch genauso aktuell wie 1966, denn eine Bildungsarbeit mit dem Ziel einer „antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung” scheint nach der Befreiung in Reichenhall gescheitert zu sein. Zum Jahrestag des Angriffs der deutschen Wehrmacht auf Kreta will der oft als „Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher“ bezeichnete „Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V.“ wieder seine jährliche „Kreta Gedenkfeier“ am 22.05.12 abhalten. Bei der Gedenkfeier zu Ehren der beim Kampf um Kreta gefallenen „Reichenhaller Gebirgsjäger“ und in Gedenken an den Bombenangriff auf die Stadt Reichenhall, werden wohl wieder die Täter_innen zu Opfern und Held_innen verklärt. Hingegen werden die auf Kreta begangenen Kriegsverbrechen der Wehrmacht (über 3500 Zivilist_innen wurden ermordet und über 30 Dörfer komplett zerstört) im Allgemeinen und die Greueltaten der Reichenhaller Gebirgstruppe im Besonderen (u.a. die Zerstörung der Stadt Skines und die Erschießung von 148 kretischen Zivilist_innen am 1. August 1941) verschwiegen. Viele Menschen im Berchtesgadener Land haben im vergangenen Jahr erstmals durch das Bündnis Rabatz von der Blutspur welche die Reichenhaller Kriegsverbrecher_innen auf Kreta hinterliesen erfahren3. Neben den deutschen Kriegsverbrechen wird in Reichenhall auch antifaschistischer Widerstand totgeschwiegen. Weder die Recherchen des Bündnis Rabatz zu den von den Nazis ermordeten Bad Reichenhaller Antifaschisten Johann Winkler und Gottfried Reischl4 noch das von der Initiative gegen falsche Glorie geforderte Erinnern an den in Reichenhall verstorbenen Carl Muth (Mentor der Geschwister Scholl) fielen bisher auf fruchtbaren Boden. Stattdessen wird weiterhin ein militaristisch-nationalistischer Dünkel hofiert. Auch eine Kritik an der Bad Reichenhaller Skandalkaserne ist vor Ort fast nicht vorhanden, im Gegenteil.
Alte Werte und neue Töne
Als am 28. Mai 2011 – also nur eine Woche nachdem Antifaschist_innen gegen den militaristischen Normalzustand in Bad Reichenhall demonstriert hatten – der „Tag der offenen Tür“ der Bundeswehr-Kaserne stattfand, störte sich niemand daran, dass Kinder unter Aufsicht der Bundeswehr Zielerfassungsgsystemen von Panzerfäusten auf eine kleine Miniaturstadt richten und außerdem mit echten Waffen hantieren durften.
Nachdem das Bündnis Rabatz darüber hinaus die Dekoration des Miniaturstädtchens durch ein Ortschild mit der Aufschrift “Klein-Mitrovica”thematisierte, war der Skandal perfekt.
Der Ort5 erlangte 1999 traurige Berühmtheit, als albanische Nationalist_innen – trotz Anwesenheit von KFOR-Truppen – das gesamte Roma-Viertel plünderten und zerstörten. 2004 gingen von Mitrovica antiserbische Pogrome aus, die sich auf den gesamten Kosovo ausbreiteten und viele Tote forderten. Angesichts der Tatsache, dass die Fassade der Kaserne im Jahr 2012 noch immer ein überdimensionales Bild von Wehrmacht-Landsern ziert und über dem Eingang noch immer ein steinerner Reichsadler – bei dem lediglich das Hakenkreuz durch ein Edelweiß ersetzt wurde – prangt erscheint dieser Zynismus nicht weiter verwunderlich.
Sind in Bad Reichenhall die offenen Bezüge auf Wehrmacht und “alte Werte” besonders augenfällig, so stellen sie nur die Spitze der teilweise ungebrochenen Traditionspflege der Bundeswehr dar.
Die Sicherung der deutschen Hegemonialansprüche und die Durchsetzung ökonomischer Interessen machen den Kriegszustand allgegenwärtig. ‘Ob völkerrechtlicher Angriff oder innerstaatliches Verbrechen, ob Kombattant oder Krimineller, ob Krieg oder Frieden: Die überkommenen Begriffe verlieren ihre Trennschärfe und damit ihre Relevanz.’ (Schäuble, Januar 2007).
Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich die Bundeswehr von der – nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eingenommenen – Rolle einer antikommunistischen Verteidigungsarmee hin zu einem „Global Player“, der die deutschen Ansprüche wieder auf der ganzen Welt vertritt. Insbesondere die „Elite“-Einheiten der Gebirgsjäger aus Bad Reichenhall und anderen Standorten werden häufig genau da eingesetzt, wo deutsche Interessen global durchgesetzt werden sollen.
Kein ruhiges Hinterland den Nazis
Vielerorts wo Nazis offen auftreten, artikuliert sich zumindest zivilgesellschaftlicher Unmut. Doch selbst das wäre in Bad Reichenhall zu viel verlangt. Seit Jahrzehnten können hier Alt- und Neonazis, jeweils um den 8. Mai, am „Kugelbach Parkplatz” in Bad Reichenhall eine SS-Gedenkfeier durchführen, ohne dass sich irgendeine Form des Protests zeigt. Auf der, vom NPD Kreisverband Traunstein – Berchtesgadener Land organisierten, Veranstaltung waren im letzten Jahr neben lokalen Neonazis und führenden Funktionär_innen der ober- und niederbayerischen NPD, auch die für den geplanten Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Zentrums am Münchner Jakobsplatz als Rechtsterroristen verurteilten Martin Wiese und Karl-Heinz Statzberger anwesend6.
Mit Widerstand müssen Nazis in und um Bad Reichenhall nicht rechnen. Egal ob sie Kundgebungen veranstalten, unter Eselsmasken Flugblätter verteilen, sich bei Nazifeiern besaufen oder sich jeden zweiten Sonntag im Monat im lokalen Gasthaus zu einem NPD-Stammtisch treffen. Ein nach einem Neonazi-Liederabend am Grenzübergang Walserberg angebrachtes, 8 Meter langes, Nazi-Transparent konnte tagelang hängen, ohne dass es entfernt worden wäre. Und wenn lokale Neonazis vor einer „Bad Reichenhall Hate Society“ Flagge den Hitler-Gruß zeigen und T-Shirts mit der Aufschrift „University Auschwitz – gegründet 1941 – Genetik, Ethnologie, Endlösung“ tragen, bleibt das offensichtlich auch folgenlos7.
Wie sicher sich Nazis in Bad Reichenhall fühlen, zeigt sich u.a. auch daran, dass sie unsere Demonstration im vergangenen Jahr wiederholt mit Hitlergrüßen kommentierten. Diese rechte Hegemonie darf nicht unkommentiert bleiben, zeigen wir den Nazis, dass es für sie kein ruhiges Hinterland gibt. Die offen auftretenden Neonazis sind jedoch nur die Spitze des Eisberges, denn in Bad Reichenhall wurde, unter anderem mit einer rechten Gedenkpolitik, ein gesellschaftliches Klima etabliert, in dem sich Rechte sämtlicher Coleur sichtlich wohlfühlen.
Bad Reichenhall hat offensichtlich nichts dazugelernt und deshalb werden wir auch am Samstag, den 19.Mai 2012 wieder in der Kurstadt demonstrieren und die unerträglichen Bad Reichenhaller Zustände thematisieren. Wir rufen zur Teilnahme an der Demonstration sowie zu eigenständigen kreativen Aktionen auf.
Bad Reichenhall muss endlich entnazifiziert und entmilitarisiert werden !
Kein ruhiges Hinterland für Nazis!
Deutsche Traditionspflege angreifen – SS und Gebirgsjägergedenken unmöglich machen !
War starts here – let’s stop it here! Den militaristischen deutschen Normalzustand sabotieren !
Hoch die Partisan_innen!
Sofortige Entschädigung aller Opfer des Nationalsozialismus!
Sa, 19.05.2012 | antifaschistische Demonstration 14:30 Uhr | Bad Reichenhall | Hauptbahnhof