Donnerstag, 27. September 2012

!! Achtung: Nazis auf Tour am Samstag !!

Update 28.09.12 15:00 Uhr
-- Achtung, die Zeiten haben sich leicht verschoben --
Es sind bisher zwei Gegenkundgebungen angemeldet:
11:00 Uhr in der Baierbrunner Str. 14
11:00 Uhr in der Thalkirchnerstraße 102 (Kafe Marat)
Zum Marat werden schon viele Leute kommen, deshalb ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich zur Asylbewerberunterkunft in die Baierbrunner Straße kommen! Von Dort aus kommen wir auch leicht wieder zum Marat.


 
Für diesen Samstag, den 29.9.12, planen Nazis der NPD-Tarnliste
Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) gleich sieben verschieden
Kundgebungen in München zu veranstalten. Besondere Provokationen sind
hierbei nicht nur die angemeldeten, offen rassistischen Mottos, sondern
auch die Veranstaltungsorte, direkt vor Flüchtlingsunterkünften und vor
linken und subkulturellen Einrichtungen. So wollen die Nazis um 11:30 vor
der Flüchtlingsunterkunft in der Baierbrunnerstraße ihre erste Kundgebung
abhalten, um dann vor dem selbstverwalteten Zentrum Kafe Marat, der
Moschee in der Ruppertstraße, dem Kulturladen Westend, dem
Feierwerkgelände, in der Berg-am-Laim-Straße 127-129 - in unmittelbarer
Umgebung zu zwei Einrichtungen in denen Flüchtlinge untergebracht sind -
und dem Mira-Center im Hasenbergl aufzutreten.

Kommt deshalb Alle diesen Samstag zu den antifaschistischen
Gegenkundgebungen, dem 29.9.12, ab 11:00 vor die Baierbrunnerstraße 14
(Haltestelle U3 Obersendling) und ab 12:00 vor das Kafe Marat in der
Thalkirchnerstraße 102 (Haltestelle U3/U6 Goetheplatz)!

Vermiesen wir den Nazis ihre Tour!

Alerta Antifascista!

Hier die bisher geplanten Kundgebungsorte der Nazis:

11:30-11:50h: Asylbewerberunterkunft Baierbrunnerstr. 14
12:15-12:35h: Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102
12:55-13:15h: Darul Quran-Moschee, Ruppertstr. 5
13:45-14:05h: Kulturladen Westend, Ligsalzstr. 44
14:30-14:50h: Feierwerk, Hansastr. 39
15:20-15:40h: Hostel im ehem. Verwaltungsgebäude Klinge-Pharma,
Berg-am-Laim-Str- 127-129
16:30-17:00h: Mira-Center, Schleißheimerstr. 506

Haltet Augen und Ohren offen für weitere Infos!

Weitere Infos wie immer vom aida-archiv.

Dienstag, 18. September 2012

Bist du eher der Berg- oder Beach Typ?

"Action, Adrenalin, Abenteuer!"

Willst du "krasse Wasserwettkämpfe, crazy Strandspiele und coole Beachpartys"? Dann geh am besten zu der deutschen Luftwaffe nach Sardinien.

Oder doch lieber "zelten, grillen und Lagerfeuerpartys" für Kletterfreaks? Dann doch lieber zu den Gebirgsjägern in die berchdesgadener Alpen.

Und alles natürlich GRATIS!

So wirbt die Bundeswehr zur Zeit auf dem offiziellen YouTube Kanal des Jugendmagazins Bravo. Aber seht selbst:

[21.09.2012: leider, leider wurde das Video vom offiziellen Bravo-Youtube Channel gelöscht. Wir werden uns bemühen es schnellst möglich euch von anderer Quelle wieder zur Verfügung zu stellen]

Wie die Bundeswehr hier ihren kriegerischen Alltag als fette Strandparty an großteils 13-16 jährige vermarktet ist schon pervers genug, dass diese aber auch noch mit dem "Bundeswehr-Adventure-Camp" in dem Alter geködert werden ist skandalös.

Kein Wort von den umstrittenen Einsätzen der Bundeswehr, kein Wort vom töten, getötet werden, militärischem Alltag, unterordnung in ein perfides System von Unterordnund und Gehorsam und kein Wort vom sexistischen Normalzustand wo ja sogar Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind.

Da hat sich wohl jemand der Weißheit der Zigaretten Industrie bedient: "Hook 'em young, hook 'em for life."

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Update 20.09.2012:

Hier übrigens ein offener Brief des Bundessprecher_innenrates von Linksjugend ['solid] an die Bravo Redaktion und die Bundeswehr:


Sehr geehrte BRAVO-Redaktion, sehr geehrtes Bundeswehrpresseamt,der BundessprecherInnenrat der Linksjugend['solid] kritisiert den von
der Jugendzeitschrift Bravo auf ihrer Youtube-Präsenz in Kooperation mit
der Bundeswehr veröffentlichten Werbespot „Bw-Adventure Camps 2012“ auf
entschiedenste Weise.

Was sich die BRAVO hier geleistet hat, ist an Unangemessenheit kaum zu
überbieten. Einen Clip der Bundeswehr mitzupräsentieren und sie als
friedliche Spaßtruppe zu zeigen, ist für uns von der Linksjugend['solid]
vollkommen inakzeptabel.

Die Bundeswehr ist kein Disneyland mit zu viel Tarnfarbe, wie der Clip
zeigt. Die Bundeswehr ist eine Interventionsarmee, sie führt knallharte
Kriege um Rohstoffe und behauptet oft, sie täte das für Menschenrechte.
Es gibt viele Beispiele, die das Gegenteil von einer "Armee für
Menschenrechte" belegen. In den sogenannten Verteidigungspolitischen
Richtlinien (VPR) findet die BRAVO-Redaktion Näheres zum Aufgabenbereich
der Bundeswehr.

Die meistgelesene Jugendzeitschrift der BRD sollte nicht das Thema
Bundeswehr einfach nur bejubeln, bloß weil die Bundeswehr ein guter
Sponsor zu sein scheint. Die BRAVO sollte sich lieber kritisch mit dem
Thema Krieg und Frieden befassen, anstatt Jugendlichen das pralle
Strandleben bei der Bundeswehr vorzugaukeln. Das wäre unserer Auffassung
nach ein echter Schritt hin zu einer neutralen Berichterstattung.

Der Vorgang ist für ein Jugendmedium vor allem deswegen ein Skandal,
indem man mit der Bundeswehr gemeinsame Sache macht und durch pure
Verharmlosung von Krieg und Waffengewalt, hilft, unter Vorspiegelung
falscher Tatsachen Soldaten zu rekrutieren, noch dazu in einem Alter,
welches von der UN-Kinderechtskonvention als unzulässig eingestuft
wurde. Diese Konvention wurde 2004 von Deutschland ratifiziert. Näheres
dazu z.B.: unter http://www.aufenthaltstitel.de/unzusatzprotokoll.html

Die Bundeswehr selbst verfolgt hier offenkundig das Ziel, cool, trendy
und hip auszusehen und bei Urlauben Jugendliche für ihre Form von
"Miteinander" zu begeistern. Viele Jugendliche haben jedoch politisch
nicht die Erfahrung, um einschätzen zu können, dass man sie hier
unterschwellig für eine Karriere beim Bund und damit auch für
Kriegseinsätze begeistern will.

Unserer Auffassung nach braucht ein gesellschaftliches Miteinander keine
Armee. Miteinander braucht Demokratie und den Ausbau von örtlichen
Jugendzentren, in denen junge Menschen selbstbestimmt und frei von
Diskriminierung lernen, diskutieren und auch feiern können. Gewalt als
Mittel der Politik lehnen wir ab, folglich lehnen wir auch die
Bundeswehr ab.

Wir fordern von der BRAVO-Redaktion neben der sofortigen Beendigung
ihrer Kooperation mit der Bundewehr auch eine Entschuldigung, dass sie
bei der Propaganda für die Bundeswehr einfach so mitmacht und so tun,
als wäre es kein politisches Statement. Dass die BRAVO sich zu schämen
scheint oder es der Bundeswehr nicht in den Kram passt, dass man sie
kritisiert, sehen wir als Webnutzer_innen durchaus darin, dass unter dem
Video bereits die Kommentarfunktion deaktiviert wurde, nachdem es Kritik
hagelte und den mehrheitlichen Votes das Video nicht einmal gefiel.

Mit freundlichen Grüßen
Der BundessprecherInnenrat der Linksjugend['solid]


Sonntag, 9. September 2012

rave without borders



Aufruf zur antinationalen Tanzdemo gegen die Einheitsfeierlichkeiten 2012 in München am 2. Oktober um 17 Uhr, Sendlinger Tor


"Wehende Fahnenmeere, Ausgelassenheit in schwarz-rot-gold auf Partymeilen, fallende Mauern, guter Fußball – seit einigen Jahren gilt in diesem Land wieder: Deutschland ist geil! Und am „Tag der Deutschen Einheit“ können diese Deutschen sich kräftig selbst feiern. Gefeiert werden aber nicht ihre Wünsche und Be- dürfnisse. Gefeiert wird auch nicht der Spaß und das Vergnügen, werden nicht die schönen Dinge, die ihr Leben lebenswert machen – gefeiert wird eine Idee. Und zwar eine trotz aller Dis- tanzierung von der Vergangenheit extrem unschöne. Das heißt: hier wird gar nicht gefeiert. Hier wird ein Ritual zelebriert. Eine kollektive Unterordnung unter diese Idee.
 
Denn dieses Deutschland, das da gefeiert wird, ist zunächst einmal nichts Reales. Es ist nur das Produkt einiger Linien auf der Landkarte, die „Grenzen“, das Land dazwischen „Nation“, genannt werden. Und Menschen, die in dieser Nation leben, sind das „Volk“ – das heißt, nicht alle, sondern nur die Mehrheitsbevölkerung, die aufgrund willkürlicher Kriterien – Sprache, Kultur, Religion etc. – als solches definiert wird. Migrant*innen und de- ren Nachkommen, ethnische und religiöse Minderheiten, Men- schen in sozialen Nöten, Menschen mit nicht mehrheitsfähigen Lebensentwürfen etc. werden systematisch ausgegrenzt und zur Zielscheibe der Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft gemacht. Die Idee Deutschland fragt also nicht nach der Vielfalt der Lebensentwürfe, Identitäten, Tätigkeiten und Lebensumstände – sie kennt nur Innen und Außen, deutsch und nicht-deutsch. Somit wird Trennendes – der Facettenreichtum einer Gesellschaft – vereinigt, und Einigendes – die grundsätzliche Gleich- heit aller Menschen – getrennt.

Deutschland abzufeiern ist ziemlich unsexy. Deswegen feiern wir statt Deutschland heute lieber mal uns selbst. Wir feiern unsere Eigenheiten und Unterschiede. Und wir feiern für eine Gesellschaft, in denen unsere Wünsche und Bedürfnisse das Maß der Dinge sind. Und dafür brauchen wir keine Rituale und Unter- werfungsgesten. Vor allem dann nicht, wenn der Spaß seine Grenzen hat."

Deshalb: am 02. Oktober feiern ohne Fahnen um 17 Uhr ab Sendlinger Tor

Weitere Infos und News zu den Aktivitäten rund um den 3. Oktober in München unter:


3oktober12.blogsport.de