Samstag, 29. Juni 2013

Solidarität mir dem hungerstreikenden Nicht-Bürger_innen am Rindermarkt !

Seit genau einer Woche befinden sich die Nicht-Bürger_innen am Rindermarkt nun im Hungerstreik, seit Dienstag sogar im "trockenen". Der gesundheitliche Zustand der Menschen verschlechtert sich ständig, immer wieder sind Streikende kollabiert und wurden zwischenzeitlich ins Krankenhaus gebracht. Gestern veröffentlichten die Nicht-Bürger_innen dann eine "Letzte Nachricht", in der sie ankündigen nunmehr ganz auf ärztliche Hilfe zu verzichten:

"Wenn unsere Körper zu unseren Waffen werden
Heute ist der 7. Tag des generellen Hungerstreiks und gleichzeitig der 4. Tag des trockenen Hungerstreiks. Bis jetzt sind 21 von uns kollabiert und wurden zwischenzeitlich ins Krankenhaus gebracht, während die Regierung zahlreiche Versuche unternimmt, diesen Protest ohne jegliche Gegenleistung zu stoppen, anstatt Verantwortung zu übernehmen und eine Lösung zu finden.
Letzte Nacht gegen 23:00 Uhr wurde unser Vermittler von den Behörden zu einem anderen Ort bestellt, um ihm ein neu aufgebautes medizinisches Zelt zu präsentieren. An dem Ort, zu dem sie ihn führten, stand jedoch kein Zelt dort, sondern es fand nun ein unangekündigtes Treffen statt, in dem immenser Druck aufgebaut wurde, um immer weitere Schwierigkeiten zu erzeugen und uns von unserem Kampf aufzuhalten.
Dies ist unsere letzte Nachricht
Heute, am Freitag den 28. Juni, verkündet die erste Gruppe der Asylsuchenden im trockenen Hungerstreik, bei vollem physischen und psychischen Bewusstsein, dass sie keinen Schritt zurückweichen werden, bis ihre Vorderung erfüllt ist, und bis zu diesem Zeitpunkt weisen sie jede Behandlung von Ärzt_innen zurück!
Die deutsche Regierung muss erkennen, dass politische Spiele vorüber sind und dass es nur zwei Einbahn-Straßen zu beschreiten gibt: Entweder die Erfüllung der exakte Forderung der hungerstreikenden Asylsuchenden oder Bobby Sandes und Holger Meins auf den Straßen Münchens!" (Fünfte PM der hungerstreikenden Nicht-Bürger_innen vom 28.06.)

In dieser Entschlossenheit zeigt sich die schreckliche und aussichtlose Lage, der sich die Nicht-Bürger_innen ausgesetzt sehen:  
 "Wir wollen uns nicht mehr vor Deportations-Albträumen fürchten müssen; wenn wir am Morgen aufwachen, wollen wir uns nicht eingemauert in den isolierten Lagern wiederfinden müssen. Wenn wir uns auf den Straßen bewegen, genau wie jede andere Person dieser Gesellschaft, weigern wir uns die unterdrückende Residenzpflicht zu akzeptieren." (Aus dem Aufruf zur Non-Citizen-Demo am 22.6)

Viele Menschen haben sich daher schon solidarisch mit den Streikenden erklärt, ob materiell oder mit Soli-Demos und Aktionen auch außerhalb Münchens. Auch eine Gruppe von Unterstützer_innen ist mittlerweile in den unbefristeten Hungerstreik getreten. Der Großteil der hiesigen Politik hatte allerdings bisher nichts als Diffamierung für den Protest übrig: Wo die Rede von "Erpressungsversuchen" (Christine Haderthauer, bayerische Sozialministerin) und einer "Kommandostruktur" (Christian Ude, Münchner Bürgermeister) der Streikenden ist, zeigen sich offen rassistische und menschenverachtende Ressentiments. Da deshalb gerade zivilgesellschaftliche Unterstützung gefragt ist, rufen wir als 'solid Basisgruppe München auf:

Unterstützt die Anliegen der Hungerstreikenden und zeigt euch solidarisch ! 
Kommt zum Camp am Rindermarkt !
Kein Mensch ist illegal - Gegen die menschenverachtende Asylpolitik ! 

Weitere Infos:
http://www.refugeetentaction.net

https://twitter.com/afa_muenchen
facebook.com/Refugeemarch

Die im Text zitierten Erklärungen:
http://www.refugeetentaction.net/index.php?option=com_content&view=article&id=256:fifth-statement-fo-the-hunger-striking-asylum-seekers-in-munich&catid=2&Itemid=132&lang=de
- http://www.refugeetentaction.net/index.php?option=com_content&view=article&id=233:non-citizen-demonstration-no-nation-no-border&catid=2&Itemid=132&lang=de

Leitfaden und Wünsche der Nicht-Bürger_innen zur Unterstützung:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/89455


Sonntag, 16. Juni 2013

Aufruf zur Demo am 22.Juni - No Border ! No Nation !

Aufruf gefunden auf http://www.refugeetentaction.net


Ich rebelliere, deswegen existiere ich

Nach mehr als fünfzehn Monaten des Zorns und Frustration derer die von der bürgerlichen Gesellschaft ignoriert und vergessen wurden – Hier sind wir.

Wir, die Asylsuchenden in den kapitalistischen Gesellschaften Europas, positionieren uns als Non-Citizens: Non-Citizens die in Ungleichheit zu Citizens und außerhalb von Europas auf Staatsbürger_innenschaft basierenden Gesellschaftsstrukturen leben müssen. Citizens, dank ihrer Citizen-Position in der Gesellschaft, genießen alle Grundrechte, das Recht auf Arbeit, das Recht auf Bildung, das Recht sich frei zu bewegen, und das Recht den Wohnsitz frei zu wählen. Wir, die Non-Citizens, haben keinen Zugang zu diesen Grundrechten und die Behauptungen der so-genannten demokratischen Regierungen Europas die Menschenrechte zu würdigen, halten der Realität nicht stand. Diese Rechte existieren nicht für uns da wir nicht Citizens sind, Menschen die dazugehören, die in diesen lächerlichen Menschenrechtsdiskurs fallen. Um unseren Status des Überlebens in einen des Lebens umzuwandeln, um Mensch zu werden und die gleichen Rechte wie andere Menschen zu haben, müssen wir von der Position des Non-Citizens in die des Citizens übergehen.

Alles begann mit dem Selbstmord von einem von uns, Non-Citizens, in einem Lager für Asylsuchende. Die Wut auf diesen vom Staat gelenkten Mord materialisierte sich in dem ersten Non-Citizen Widerstands-Zelt auf einer Straße in dieser entfremdeten Konsum-Gesellschaft des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Die Wut breitete sich auf 7 Städte aus, auf 7 Widerstands-Zelte, ohne dass die Regierung reagierte, und nach und nach begingen mehr und mehr unserer Zellennachbarn Selbstmord in den Lagern, Morde die der Staat zu verantworten hat.

Und dennoch wuchs und wuchs unser Glaube an die einzige Alternative wie ein Feuer in der Brust – Kampf und starker Widerstand gegen diskriminierende Gesetze. Unsere Stimmen, nach 6 Monaten Widerstand auf den Straßen, und dem Protest-Marsch nach Berlin, überschritten imaginäre Grenzen und hallten weit; mittlerweile auch nach Wien, Amsterdam und Den Haag.

Trotz all dessen erfahren wir immer wieder von Non-Citizen Selbstmorden, täglichen Deportationen und wissen dass keine fundamentalen Gesetzesveränderungen eingetreten sind, weder durch Deutsche noch Europäische Regierungen.

Heute sind wir überrascht. Wir sind überrascht dass Regierungen, die sich auf strukturelle und gesetzliche Unterdrückung verlassen, davon ausgehen dass Menschen des einundzwanzigsten Jahrhunderts Unterdrückung akzeptieren und ohne Limit über sich ergehen lassen. Sie sollten wissen dass unser Wille die Situation zu ändern keine Grenzen kennt und wir Widerstand als einzige Möglichkeit ansehen unsere Menschlichkeit zu erhalten.

Wir wollen uns nicht mehr vor Deportations-Albträumen fürchten müssen; wenn wir am Morgen aufwachen, wollen wir uns nicht eingemauert in den isolierten Lagern wiederfinden müssen. Wenn wir uns auf den Straßen bewegen, genau wie jede andere Person dieser Gesellschaft, weigern wir uns die unterdrückende Residenzpflicht zu akzeptieren.

Am 22. Juni werden wir uns in München versammeln und das Recht aller Non-Citizens einfordern Citizens zu werden in dieser Citizen-Gesellschaft und kund tun dass unsere Antwort auf diese strukturelle Diskriminierung, um Veränderung zu bringen, nur lauter und anhaltender Widerstand sein kann.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Antifaschist von Neonazis ermordet!

Gestern abend wurde der 19-jährige Antifaschist Clément Meric in Paris von Neonazis verprügelt und erlag schließlich den Verletzungen. Unter starkem Verdacht stehen zurzeit 4 Neonaziskins, die der rechtsextremen Grupierung JNR (Jeunesses nationalistes révolutionnaires) nahestehen. Augenzeugen zufolge trugenTäter ein T-shirt der populären Partei "Front National" und von "Blood & Honour", sowie ein Hackenkreuztattoo auf dem Nacken.
Weiß gar nicht was ich noch bei so ner Scheiße schreiben soll...
FUCK THEM ALL!
Rest in peace
Clément Meric









Quelle


 

Samstag, 1. Juni 2013

500 Menschen auf „Let’s fight them back“ Demo

Gefunden auf  lava-muc.de:


Nach diversen rechten Anschlägen auf linke Einrichtungen und Wohnprojekte (mehr Infos hier: https://linksunten.indymedia.org/de/node/87058) wurde kurzfristig eine Demonstration initiiert. Daraufhin demonstrierten gestern knapp 500 Menschen. Laut und kämpferisch zog die Demonstration fast zwei Stunden durch das Münchner Westend, in dem allein innerhalb von zwei Wochen fünf Anschläge geschahen.

So hatten noch am Nachmittag vor der Demo drei Nazis auf die Straße vor dem Hausprojekt „Ligsalz 8“ (dort geschahen allein vier Anschläge) mit Straßenkreide „Gute Nacht Ligsalz 8“ und vor das Büro der Rosa Luxemburg Stiftung „Keine Macht den Kommunisten“ geschrieben.

Auch am Rande der Demo zeigte sich ein Nazi (Karl-Heinz Statzberger), konnte durch offensives Auftreten aber vertrieben werden.
 
Trotz der kurzen Anlaufzeit war es möglich ein kraftvolles und offensives Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen.

Die Demo wird erst der Anfang gewesen sein! Nazis, die glauben in München machen zu können, was sie wollen, werden spüren müssen, dass das nicht so ist!

Let’s fight back!
Alerta Antifascista!