Sonntag, 24. November 2013

Wir schmeißen ne Kleidertauschparty !

 
Am Freitag, 06.12,  schmeißen wir ab 19 Uhr im HUIJ eine Kleidertauschparty ! Das Prinzip ist ganz einfach: Bring Klamotten mit (oder auch nicht) und nimm dir welche. Kombiniert mit leckeren Getränken und veganem Essen ergibt das eine super Gelegenheit ins Wochenende zu starten und dabei auch noch ein neues Outfit zu ergattern !

WO ? Im HUIJ in der Westendstraße 49, besten zu erreichen mit der Ubahn bis "Schwanthalerhöhe" oder der Sbahn bis "Hackerbrücke".

Weitere Infos findet ihr auf unserer Facebook-Veranstaltung oder auf der Seite vom HUIJ.

Wir freuen uns auf euer Kommen !

Völkisches Krisenbewältigung in Ungarn - Ein Vortrag von Karl Pfeifer


Völkisches Krisenmanagement in Ungarn - Zur antisemitischen und antiziganistischen Entwicklung in der ungarischen Gesellschaft


Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer, Wien


Seit dem Regierungswechsel von der sozialdemokratischen Partei (MSZP) zur rechten Fidesz-KDNP von Ministerpräsident Viktor Orbán 2010 ist in Ungarn Ethnonationalismus zunehmend strukturierendes Moment der offiziellen Politik geworden. Während auf dem Gebiet
der Politik die Fidesz-KDNP mit der rechtsextremistischen Jobbik-Partei konkurriert, gibt es weitgehende ideologische Übereinstimmung zwischen den beiden Parteien. Die Regierung versucht, sich im Ausland als „Beschützer der Juden“ und „Förderer der Roma“ darzustellen, während sie im Inland oft gemeinsame völkische Sache mit Jobbik macht bzw. deren Vorschläge
verwirklicht. Einige regierungsnahe Medien betreiben offene rassistische Hetze.
Neonazibanden können in Ungarn in dicht von Roma bewohnten Orten unbehelligt aufmarschieren und deren BewohnerInnen bedrohen und schikanieren. Direkte Angriffe auf Jüdinnen und Juden, wie etwa die Forderung nach einer Auflistung aller jüdischen Abgeordneten im Parlament, nehmen zu.
In der Wirtschaftspolitik wird eine regressive Nationalisierungsstrategie verfolgt, die mithilfe antisemitischer Töne Stimmung gegen „das Finanzkapital“ macht. Währenddessen geht Orbáns Regierung gegen die Armen der Gesellschaft, insbesondere gegen Obdachlose und Roma, vor.


Der Journalist Karl Pfeifer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiedererstarken von Antisemitismus und Antiziganismus in Europa. In Wien gehört er dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) an und recherchiert dort zu neonazistischen Bewegungen. Er war jahrelang Redakteur der „Gemeinde“, des Organs der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und Korrespondent des israelischen Radios. Im Frühjahr 2013 veröffentlichte er sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“.

Anfahrt: Am besten mit der Ubahn bis "Neuperlach Zentrum", dann durch den Eingang des Starbucks Coffeshop am Eingang vom Pep.

Wir freuen uns auf euer Kommen !

Dienstag, 5. November 2013

****Neu für Neumitglieder: Unser Neumitgliederstammtisch!****


 Du möchtest mal schaun wer wir so sind und was wir so tun ? Du warst schonmal bei einem unserer Treffen und hättest Lust, auch mal außerhalb vom Plenum mit uns über Politik zu quatschen ?

Dann schau doch einfach mal bei unserm Neumitgliederstammtisch vorbei  !

Ab sofort treffen wir uns jeden zweiten Mittwoch im Monat um 20 Uhr in der Südstadt in der Thalkirchenerstr. 29, direkt gegenüber vom Kafe Marat.
 So Kommst du hin:                               
 MetroBus 58 Kapuzinerstraße
 
U3 / U6 Goetheplatz
 (Fußweg ca. 10 Min.)



Wir freuen uns auf dich :-)

Samstag, 2. November 2013

Nichts und Niemand ist vergessen!


Antifaschistische Veranstaltungsreihe anlässlich des 75. Jahrestages der Novemberpogrome

Um den 9. November 2013 findet in München eine antifaschistische Veranstaltungsreihe anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht statt. Das Programm umfasst mehrere Vorträge, einen Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau, sowie einen antifaschistischen Stadtrundgang. Im Mittelpunkt steht hierbei das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

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Veranstaltungen

Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau
3.11.2013

Antifaschistischer Stadtrundgang
9.11.2013

Vortrag: Zwischenstation „Judensiedlung“. Die Verfolgung und Deportation der Münchner Juden
13.11.2013

Vortrag: Zwischen Verdrängung und Aneignung. Der erinnerungskultur- elle Umgang mit der NS-Vergangenheit in Deutschland. Gestern – heute – morgen.
27.11.2013

mehr Infos zu den einzelenen Terminen gibt es [hier]

Freitag, 1. November 2013

Redebeitrag: Die Mauer besteht in den Köpfen. Reißt sie endlich ein!


Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten, liebe Münchnerinnen und Münchner,

Aufgemerkt!
Spätestens die jüngsten Unglücksfälle vor der Küste Lampedusas und die Proteste der Refugees haben aufgezeigt, dass es ein „weiter so“ in der europäischen Migrationspolitik nicht mehr geben kann. Ob es aber überhaupt irgendwelche Fortschritte in der EU-Gesetzgebung geben wird, bleibt abzuwarten – ja auch eine Verschlechterung wäre möglich. Die Reaktion der deutschen und bayerischen Politik auf die Tragödie schaut oftmals so aus: die eigene Mitverantwortung im Rahmen des europäischen Grenzregimes wird negiert. Statt dessen wird die Verantwortung an die Mittelmeerstaaten gewiesen, die eigene Asylpolitik hingegen als vorbildlich und richtungsweisend angepriesen.


Aber was erwartet sie dann in Bayern und speziell in München ?
In München erwartet sie ein ehemaliger Militärstützpunkt, die Bayernkaserne, der nicht im Mindesten der Würde von Menschen gerecht wird. Ausgerichtet ist sie für 500 Leute, momentan leben dort allerdings ca. 1000 Menschen. Diese hoffnungslose Überbelegung führt mitunter sogar dazu, dass manche dort lebende Menschen in einer Fahrzeughalle untergebracht werden. Eine Fahrzeughalle die unbeheizt ist, in der keinerlei Privatsphäre gewährleistet wird und die Menschen lediglich nach Geschlecht zusammen gepfercht werden. Für die bereitgestellten Waschmöglichkeiten vor der Halle gilt dies jedoch nicht. In der Bayernkaserne werden auch keine Essenspakete ausgegeben, nein, Essen bekommen die dort untergebrachten Menschen vom hauseigenen „Catering-Service“. Was hier nach belegten Lachsbrötchen und Sektempfang klingt, ist eigentlich ein Zustand, der die in der Bayernkaserne lebenden Menschen noch mehr einschränkt, bevormundet und sie in einen permanenten Ausnahmezustand versetzt.


Die genannten Verhältnissen sind kein Einzelfall, sondern haben im menschverachtenden bayerischen Asylsystem Methode. Die von der bayerischen Staatsregierung verordnete Bevormundung, Isolation und soziale Abschottung spiegelt sich für die betroffenen Menschen tagtäglich in der Residenz- und Lagerpflicht, sowie der Ausgabe von Essenspaketen und dem Ausschluss bzw. dem nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt wieder. Diese politisch gewollte Ausschluss- und Überwachungspraxis setzt sich auch außerhalb der Lager im öffentlichen Raum fort: Ständige Kontrollen durch Polizist*innen, die streng nach den Kriterien des racial profiling Leute aus der Menge am Hauptbahnhof picken, ungleiche Behandlungen und Schikanen in öffentlichen Ämtern sind für Flüchtlinge in Deutschland und vor allem in Bayern an der Tagesordnung.


Erst aufgrund der massiven Proteste der Betroffenen signalisiert die Staatsregierung Entgegenkommen. Die vorgeschlagenen Änderungen bleiben dabei aber rein kosmetisch. So soll z.B. die sog. Förderung der Heimkehrbereitschaft aus dem bayerischen Asylgesetz gestrichen werden. In der Praxis bleibt diese aber nach wie vor bestehen. Mit halbseidenen Versprechungen, etwa bezüglich der Abschaffung der Essenspakete, wie sie gestern seitens der bayerischen Staatsregierung gegeben wurden, und die noch dazu unklar in der Zukunft liegen, lassen wir uns nicht abspeisen. Das bayerische Asylregime, das Menschen, die sich nichts zu Schulden kommen haben lassen, außer, dass sie aus Sicht der Behörden den falschen Pass haben, lässt sich nicht verbessern oder reformieren. Es muss abgeschafft werden.
Denn es ist nicht nur rassistisch und menschenverachtend, es ist durch den enormen Aufwand, der zu seiner Aufrechterhaltung betrieben wird, auch wahnwitzig und absurd. Menschen, die ihr angestammtes Umfeld verlassen, haben dafür immer gute Gründe. Und Migration ist und war schon immer ein ganz normaler Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Eine ungehinderte Mobilität muss von daher ein Grundrecht sein. Eine Politik, die Menschen dieses Rechts beraubt und sie daran hindert, ihr individuelles Glück zu finden, ist hingegen grundsätzlich fragwürdig und falsch. Die Grenze wird dabei nicht nur durch Schlagbäume, durch Repression, durch Gewalt, durch den Apparat des Asylregimes aufrecht erhalten.


Die Mauer besteht in den Köpfen. Reißt sie endlich ein! 

Redebeitrag zur Kundgebung am 31.10.2013 um 14:00 h vor der Parteizentrale der CSU 
Kein Mensch ist illegal ! Refugees welcome !

Not my femininism

Wir stellen uns entschieden gegen jegliche Bevormundungspolitik und deswegen auch entschieden gegen den Appell gegen Prostition aus der aktuellen Emma. Wir meinen, dass Menschen selbst entscheiden sollen, was sie mit ihrem Leben und vor allem mit ihrem Körper anfangen. Und wenn sich wer entscheidet Sexarbeit nach zu gehen, dann sollte diese Person eher durch uns gestärkt werden, indem wir ihre berufliche Entscheidung akzeptieren und diese Person auch alle "Vorteile" der Lohnarbeit genießen lassen, wie: Einen Lohn, eine Krankenversicherung, keine polizeiliche Repression und auch keine gesellschaftliche Ächtung.

Deswegen unterstützen wir den Appell FÜR Prostitution, der von Sexarbeiter_innen in Deutschland in Antwort auf Alice Schwarzer verfasst wurde. Dieser wird hier dukumentiert:

Prostitution ist keine Sklaverei. Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung. Das ist auch dann ein Straftatbestand, wenn dabei Geld den Besitzer wechselt.
Prostitution ist nicht gleich Menschenhandel. Nicht nur deutsche Frauen, sondern auch Migrant_innen sind überwiegend freiwillig und selbstbestimmt in der Sexarbeit tätig. Prostituierte, egal welcher Herkunft, pauschal zu Opfern zu erklären, ist ein Akt der Diskriminierung.
Obwohl Prostitution im Volksmund als das älteste Gewerbe der Welt gilt, ist sie in den wenigsten Ländern als Arbeit anerkannt. Im Gegenteil, Sexarbeiter_innen werden in den meisten Teilen der Erde verfolgt, geächtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Deshalb fordern Sexar-beiter_innen weltweit die Entkriminalisierung der Prostitution und ihre berufliche Anerkennung.

Diesen Gedanken verfolgte auch die Bundesrepublik mit der Einführung des Prostitutionsgesetzes im Jahre 2002. Durch die rechtliche Anerkennung hat sich die Situation für Sexarbeiter_innen in Deutschland verbessert. Sie können ihren Lohn einklagen und haben die Möglichkeit, sich zu versichern. Außerdem ist die Schaffung angenehmer Arbeitsbedingungen und Räum-lichkeiten nicht mehr als "Förderung der Prostitution" strafbar. An den Rechten der Polizei, Prostitutionsstätten jederzeit zu betreten, hat das Gesetz nichts geändert. Die Zahl der Razzien hat seitdem zugenommen.

Zwar hat das Prostitutionsgesetz Schwächen und eine Reform wäre notwendig. Das Hauptproblem ist jedoch nicht das Gesetz selbst, sondern der fehlende Wille zu seiner Umsetzung in den einzelnen Bundesländern.

Entgegen vieler Behauptungen ist das Prostitutionsgesetz nicht für den Menschenhandel in Deutschland verantwortlich. Wie aus dem Lagebericht "Menschenhandel" des BKAs hervorgeht, hat die Zahl der identifizierten Opfer seit seiner Einführung sogar abgenommen. Auch in Neuseeland, wo Prostitution seit 2003 als Arbeit anerkannt ist, ist keine Zunahme des Menschenhandels zu verzeichnen.
Zu den Faktoren, die Menschenhandel begünstigen, zählen globale Ungleichheiten, restriktive Migrationsgesetze sowie die Rechtlosigkeit der Betroffenen. Eine erfolgreiche Bekämpfung von Menschenhandel erfordert umfassende strukturelle Reformen auf globaler Ebene und einen menschenrechtsbasierten Ansatz.

Eine Kriminalisierung der Kund_innen, die erotische Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ist zur Lösung dieser Probleme ungeeignet. Das sogenannte "Schwedische Modell" hat zwar die sichtbare Straßen-prostitution verdrängt, aber weder die Prostitution an sich, noch den Menschenhandel nachweislich reduziert. Die Arbeitsbedingungen haben sich indes extrem verschlechtert. Dänemark und Schottland lehnen die Einführung des „Schwedischen Modells“ bereits ab.


Darum fordern wir:

Beteiligung von Sexarbeiter_innen an politischen Prozessen,
         die sich mit dem Thema Prostitution befassen.

Keine Ausweitung der Polizeibefugnisse und keine staatliche    
         Überwachung oder Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten.

Keine Kriminalisierung der Kund_innen, weder nach dem
         Schwedischen, noch nach einem anderen Modell.

Aufklärung statt Zwang und Verbot, staatlich geförderte        
         Weiterbildungsangebote für Sexarbeiter_innen.

Kampagnen gegen Stigmatisierung und für einen respektvollen
         Umgang mit Prostituierten.

Bleiberechte, Entschädigungen und umfassende Unterstützung für
         Betroffene von Menschenhandel.